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Materialbeschaffung

Nachdem Sie Ihren Grundriss geplant haben wissen Sie jetzt auch, welche Einrichtungen und Geräte sie einbauen werden. Aber wo bekommt man diese in der Schweiz günstig her? Ich hatte für meinen Ausbau verschiedene Quellen für das nötige Material und gebe Ihnen hier eine kurze Übersicht.

Occasion-Material
Leider sind die benötigten Artikel gebraucht kaum erhältlich. Auf Ricardo war zum Zeitpunkt meiner Suche z.B. kein einziges Wohnmobilfenster occasion zu haben. Andere Artikel wie z.B. Tanks oder Waschbecken sollte man aus hygienischen Gründen nicht gebraucht kaufen. Was man finden könnte sind z.B. alte Kühlschränke. Diese sind aber recht schwer und verbrauchen viel mehr Energie als die heutigen Modelle. Ein günstiger Gas- Absorberkühlschrank könnte sich vielleicht lohnen, denn diese Geräte sind neu extrem teuer. Vorausgesetzt Sie haben noch genügend Nutzlast zur Verfügung.

Noch eine Möglichkeit, falls Sie für Ihre Arbeiten eine geräumige Werkstatt oder  einen grossen Vorhof zur Verfügung haben: Warum nicht einen alten Wohnwagen aufkaufen und die noch brauchbaren Teile  verwerten? Er muss dafür nicht einmal mehr eine Strassenzulassung besitzen, denn Sie werden damit ja nirgendwohin fahren, sondern nur z.B. die Fenster ausbauen. Wenn die Teile im Wohnwagen noch in einem einigermassen brauchbaren Zustand sind, könnte sich diese Variante preislich lohnen, denn neue Fenster sind teuer (CHF 500.- bis 1000.- pro Stück, je nach Grösse). Sie müssen einfach darauf achten, dass das originale Prüfsiegel noch vorhanden ist, sonst könnten Sie bei der Zulassung beim Strassenverkehrsamt Probleme bekommen. Andere Teile wie Möbel, Kühlschrank oder Hubtisch können natürlich auch verwendet werden, wenn sie noch schön sind.

Baumarkt
Für die alltäglicheren Dinge wird wohl der Baumarkt in Ihrer Nähe die erste Anlaufstelle sein. Ich musste fast jeden Tag dorthin fahren, um Nachschub zu kaufen, oder weil ich etwas vergessen hatte. In einem grösseren Geschäft findet man fast alles: Werkzeug, Autozubehör (Lack, Elektronik), Isolation, Holz für die Möbel und Innenverkleidung, und sogar Schaumstoff für die Matratzen. Diesen habe ich mir aber direkt auf die richtigen Masse zugeschnitten in einer Schaumstoffabrik besorgt, der Preis war etwa gleich und die Qualität besser.

IKEA
Hier gibt es alle Arten von Möbel zu günstigen Preisen, und zudem sind sie schnell zusammengebaut. Die Alternative ist, alle Möbel komplett selber zu bauen, was aber viel mehr Zeit in Anspruch nimmt und besondere Kenntnisse erfordert. Deshalb habe ich das Möbel für die Küche bei IKEA bezogen. Aber Achtung: Nicht alle Möbel sind für einen Camper geeignet: Wegen Feuchtigkeit und Temperaturunterschieden können sich Spanplatten schon mal verziehen. Am besten wären Dreischichtplatten, aber die sind schwer und teuer. Wenn man ein IKEA-Möbel zusätzlich verstärkt, kann es durchaus geeignet sein. Bei der Fahrt darf es sich aber keinen Millimeter bewegen, und man sollte sich auch überlegen, was bei einer Vollbremsung für Kräfte wirken können. Ach ja, und Einrichtungsgegenstände, z.B. für die Küche, sind dort ganz günstig zu bekommen.

Camping-Fachgeschäft in Ihrer Region
Hier finden Sie wichtige Artikel, die in Ihrem Camper nicht fehlen dürfen. Vor allem die technischen Produkte finden Sie sonst nirgends. So habe ich meine Camping-Fenster, Kühlschrank & Wassertanks, das Wasser-System, Camper-Batterien, die chemische Toilette und das Solarpanel dort bezogen. Der grosse Vorteil: Sie können selbst in das Fachgeschäft gehen, die Artikel ansehen und sich beraten lassen. Sie finden dort auch weitere Ideen, welche Techniken existieren oder was Sie noch alles in Ihren Camper einbauen könnten.

Online-Campingshop
Die meisten Camping-Fachgeschäfte führen auch einen Online-Shop. Wenn das Geschäft zu weit entfernt ist, lohnt es sich, im Internet zu bestellen. So habe ich zum Beispiel das X-Trem Isolationsmaterial beschafft, welches mein lokaler Laden nicht im Sortiment hatte. Gerade für kleinere Dinge oder Technik kann man auch bei Amazon oder eBay vorbeischauen, die sind dort meistens günstiger. Aber alles Grössere sollte wegen den Versandkosten bei einem Schweizer Shop gekauft werden. 

Selbstbau-Sets
Einige Firmen bieten Möbel-Sets an, die auf ein bestimmtes Basisfahrzeug zugeschnitten sind. Sie müssen lediglich selber zusammengebaut und im Fahrzeug befestigt werden, und fertig ist der Camper (oder jedenfalls ein Teil davon). Der Gestaltungsfreiraum vermindert sich dadurch zwar drastisch, dafür sind die Möbel schnell zusammengebaut und passen garantiert ins Fahrzeug (diese Garantie hat man bei IKEA nicht...) Die Sets haben jedoch ihren Preis, deshalb habe ich meine Möbel selber gebaut. 

Werkzeug
Für den Ausbau werden Sie auch diverses Werkzeug benötigen. Die gängigeren Hilfsmittel wie Akkubohrer, Hammer, Zangen usw... sind ja meistens schon vorhanden. Für den Möbelbau und für das Zuschneiden grösserer Holzplatten ist eine Kreissäge oder Handkreissäge sehr hilfreich. Einige Zuschnitte lassen sich auch mit einer einfachen Stichsäge aus dem Baumarkt machen, aber für lange, gerade Schnitte sollte man sich doch überlegen, eine professionelle Handkreissäge, am besten mit Führungsschiene auszuleihen. Ich habe den grössten Teil der Platten mit einer günstigen Kreissäge aus dem Baumarkt realisiert. Die stieg dann aber recht schnell aus, und ich musste den Rest mit der Stichsäge bearbeiten. Eine professionelle Maschine zu mieten, könnte viel Ärger ersparen.

Was ich mir auch noch zugelegt habe, ist eine Nietzange. Für das Befestigen der Möbel an der Karosserie, oder spätestens für die Verkleidungsplatten werden Sie sehr viele Nieten setzen müssen, der Kauf wird sich lohnen.

Auch ein Lötkolben kann hilfreich sein, vor allem für kleinere Lötarbeiten an LED, oder für den Einbau von Schaltern. Für den Rest der elektrischen Kontakte habe ich lötfreie Verbindungen verwendet. Die Kabel können einfach und schnell eingeklipst werden. Sie sind sicherer und wenn man sich einmal geirrt hat, sind sie leichter wieder zu entfernen.

Individuell zugeschnittene Matratzen für den Camperausbau
Den Matratzen ist unter Umbau/Matratzen ein eigener Artikel gewidmet. Da ich oft gefragt werde gebe ich hier meinen Kontakt zur Matratzenfabrik bekannt, wo ich den Schaumstoff für die Campingmatratzen bezogen habe:



Die Firma Prevent AG Hoco Schaumstoffe hat sich auf die Verarbeitung von über 60 verschiedenen Schaumstoffen spezialisiert. Wir stellen Matratzen, Klapp- und Sitzpolster, Bank- und Liegepolster für Camper , Wohnmobile und Boote her. Die dazu passenden Hüllen in Echt- und Kunstleder sowie schwer entflammbaren Stoffen werden in der hauseigenen Näherei gefertigt.

Kontaktieren Sie uns oder senden Sie Ihre Anfrage direkt an unseren Herrn Bruno Zahnd und verlangen Sie ein unverbindliches Angebot.

Prevent AG hoco schaumstoffe
Bruno Zahnd
Eichbergerstr. 60
CH-9452 Hinterforst
Tel: +41 71 755 65 33
Fax: +41 71 755 65 34
bruno.zahnd[at]preventag.ch
www.preventag.ch, www.hoco.ch

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